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29.09.2021

Trocken und schnell zur Frühförderung

Raiffeisenbank im Nürnberger Land eG ermöglicht der Frühförderstelle der Rummelsberger Diakonie die Anschaffung eines neuen Autos

Altdorf. Nicht alle Kinder starten entspannt ins Leben. Viele Kinder haben bereits ab der Geburt einen erhöhten Förderbedarf im sozial- oder heilpädagogischen, logopädischen, ergo- oder physiotherapeutischen Bereich. Gerlinde Mayer, Leiterin der Frühförderstelle des Wichernhauses in Altdorf, und ihr Team wissen, welche optimalen Hilfestellungen diese Kinder bestmöglich unterstützen, damit sie dann im optimalen Fall in der Regelschule eingeschult werden können. Ganz wichtig: Zur Frühförderung gehört nicht nur die Förderung des Kindes. Oft wird die ganze Familie in den Förderprozess mit eingebunden. Dass ein Teil der Arbeit daher im häuslichen Umfeld oder in der Kindertagesstätte stattfinden muss, ist klar. „Wir begleiten rund 160 Familien“, so Gerlinde Mayer. Die Familien, die von der Frühförderstelle unterstützt werden, wohnen im gesamten südlichen Landkreis Nürnberger Land. Um sie zu erreichen, sind Autos unverzichtbar. Gut, dass jetzt, dank der Raiffeisenbank im Nürnberger Land eG, ein fünftes Fahrzeug den Fuhrpark erweitert – ein kleiner VW Up!, für den die Raiffeisenbank 4.000 Euro spendete.  

Bei der Schlüsselübergabe in der Frühförderstelle freute sich Manfred Göhring, Vorstand der Raiffeisenbank im Nürnberger Land eG. „Ihr erfüllt eine so wichtige Aufgabe für die Gesellschaft und tut das mit einer so hohen Professionalität. Ich freue mich, dass wir dabei unterstützen können.“ Diakon Thomas Jacoby, Leiter des Wichernhauses, bedankte sich im Namen der Frühförderung: „Jetzt können die Kolleginnen und Kollegen schnell und trocken zu den Familien und in die Kindertagesstätten fahren.“ Zur Spendenübergabe war als Mitglied der Geschäftsführung der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung auch Diakon Volker Deeg gekommen, der Manfred Göhring und seinem Vorstandskollegen Volker Matschke herzlich für die jahrelange „treue, kompetente, konstante und verlässliche Spendenbereitschaft“ dankte.


Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

v. Li.: Bei der Schlüsselübergabe: Vorstand Volker Matschke (Raiffeisenbank im Nürnberger Land eG), Diakon Volker Deeg (Mitglied der Geschäftsleitung der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung), Gerlinde Mayer (Einrichtungsleitung Frühförderung Altdorf), Diakon Thomas Jacoby (Leitung Wichernhaus) und Manfred Göhring (Vorstand Raiffeisenbank im Nürnberger Land eG) Foto: Eva Neubert

29.09.2021

Wurzhof-Künstler*innen stellen Werke in Rummelsberg aus

Vernissage findet am 8. Oktober um 16 Uhr in der Fachakademie für Heilpädagogik statt

Rummelsberg/ Postbauer-Heng – Kunst kommt von Können! In diesem Fall ist das ganz klar: Martina Beslic, Brigitte Dehmlow, Adolf Graf, Berit Heyde, Hubert Hoppe, Karlheinz Müller, Rudi Schröder, Gerhard Wendling und Gerhard Zondler können sich seit 2016 im Wurzhof in Postbauer-Heng künstlerisch ausprobieren und sind daran gewachsen. Die Männer und Frauen leben in der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie. Sie genießen es, alle vier Wochen mit Kunsttherapeut Andreas Brückner drei Stunden lang zu malen. Rund 30 bis 40 ihrer Werke werden die Künstler*innen bei einer Vernissage am Freitag, 8. Oktober, um 16 Uhr in der Fachakademie für Heilpädagogik Rummelsberg der Öffentlichkeit vorstellen.

„Es geht um den Prozess des Malens, nicht um das Ergebnis“, stellt Kunsttherapeut Brückner klar. Mit anderen Worten: Es steht weniger das fertige Gemälde im Mittelpunkt als vielmehr der Weg dorthin, also beispielsweise die verschiedenen Methoden, die der Künstler oder die Künstlerin anwendet. Auch was bei dem oder der Malenden während der Arbeit an dem Bild passiert, ist wichtig. Denn manchmal treten Blockaden auf, werden alte Traumata berührt. Und das obwohl, oder vielleicht gerade weil, Brückner die Teilnehmenden der beiden Kunstgruppen ganz frei malen lässt. Im Vorfeld der Vernissage berichtet der Kunsttherapeut über das bereits seit gut drei Jahren laufende Kunstprojekt am Wurzhof, bei der Vernissage werden die Künstler*innen selbst zu Wort kommen. „Das ist mir ganz wichtig“, betont der ausgebildete Heilpädagoge, „denn es geht nicht um mich, sondern um die Wurzhof-Künstler.“

Ärger verraucht schnell

Diese Menschen im Alter zwischen 40 und 70 Jahren sind mittlerweile richtig zusammengewachsen. „Sie unterstützen sich gegenseitig, tauschen zum Beispiel Farben aus“, erzählt Brückner. Klar komme es vor, dass der eine oder die andere einmal mit einer großen Wut im Bauch in die Gruppe komme, weil es beispielsweise Ärger in der Werkstatt gegeben habe. Meistens verraucht der Ärger aber schnell, wenn es ans künstlerische Arbeiten geht. Dazu gehört natürlich nicht nur das eigentliche Malen, sondern – mindestens ebenso wichtig – auch die Vorbereitungen dafür.

Brückner hat mit den Wurzhof-Künstler*innen eine ganz eigene Methode entwickelt: Die Männer und Frauen malen bevorzugt auf Keilrahmen, deren Ränder sie vorher mit Klebeband umfassen, sodass später das fertige Gemälde wie ein Passepartout von einem weißen Rahmen umgeben ist. Oder Brückner lässt die Künstler*innen mit Besen auf großen Papierbögen am Boden malen. „Chapeau! Das ist richtige Kunst, was die da machen“, sagt der Kunsttherapeut. Ganz nebenbei entwickeln die Künstler*innen ihre Fähigkeiten weiter: Sie lernen zum Beispiel ihre Hände und Augen zu koordinieren und schulen ihr räumliches Vorstellungsvermögen.

Mehr erfahren Besucher*innen am 8. Oktober von den Künstler*innen selbst. Es gelten die 3G-Regeln. Übrigens sind die Werke nicht nur zum Angucken, sondern auch zum Kaufen. Herzliche Einladung also zur Vernissage ab 16 Uhr in der Fachakademie für Heilpädagogik Rummelsberg (Rummelsberg 74 90592 Schwarzenbruck). Die Ausstellung wird auch in den Wochen darauf montags bis freitags immer vormittags geöffnet sein.


Von: Andrea Höfig-Wismath

Freies Malen lautet das Motto in Andreas Brückners Kunstgruppen: Solch farbenfrohe Gemälde entstehen dabei. Oft wenden die Künstler*innen vor dem eigentlichen Malen den „Klebeband“-Trick auf dem Keilrahmen an (der daraus entstehende Rand ist auf allen drei Bildern erkennbar). Fotos: Andreas Brückner