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22.02.2021

Muschelkinder ziehen ins Übergangsquartier nach Hilpoltstein

Der Nürnberger Neubau für die Außenklassen für Autisten der Comenius-Schule kann wegen Bauverzögerungen durch die Corona-Pandemie erst Ende März bezogen werden.

Hilpoltstein/Nürnberg – Abgesagt, verschoben, ausgefallen: Diese Begriffe haben die Zeit des Corona-Lockdowns geprägt. Verschoben hat sich auch einiges beim Bau der Schule der Muschelkinder der Rummelsberger Diakonie. Eigentlich sollten die Schüler*innen im September vergangenen Jahres in die neue Schule in der Ingolstädter Straße 50 in Nürnberg einziehen. Nun ist es voraussichtlich erst Ende März soweit. Bis dahin lernen die 30 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und 21 Jahren voraussichtlich im Wechselunterricht in der Comenius-Schule der Rummelsberger Diakonie in Hilpoltstein, zu der die Muschelkinder-Schule organisatorisch gehört.

„Durch den zweiten Corona-Lockdown haben sich besonders in den letzten Monaten Verzögerungen ergeben“, berichtet Reinhard Knöll, zuständiger Architekt bei der Rummelsberger Diakonie. So konnten in verschiedenen Gewerken, wegen erkrankter oder in Quarantäne befindlicher Mitarbeiter aber auch durch Engpässe bei Zulieferfirmen, die Arbeiten nicht fristgerecht umgesetzt werden.  „Es ist schade, dass die Kinder nun für vier Wochen in ein Ersatzquartier ziehen müssen“, sagt Schulleiterin Renate Merk-Neunhoeffer, aber leider sei es nicht anders möglich. In den vergangenen fünf Jahren hatten die Kinder in der ehemaligen Grundschule in Schwabach-Penzendorf gelernt, die von der Stadt Schwabach gemietet und zu Ende Februar gekündigt wurde. Da es Nachmieter gab, musste der Umzug wie geplant stattfinden. „Wir hatten jetzt aber einige Wochen Zeit, die Kinder vorzubereiten und das wird gut klappen“, ist sich Renate Merk-Neunhoeffer sicher. In Penzendorf haben sich die Schüler*innen und Lehrkräfte sehr wohl gefühlt, dennoch freuen sie sich auf die neue Schule.

Ende März soll der Neubau der barrierefreien, autismusfreundlich geplanten Schule für die Muschelkinder im Areal um die Ingolstädter Straße in Nürnberg - hinter Hauptzollamt und Z-Bau – dann hoffentlich bezugsfertig sein. In vier Klassen sollen jeweils sieben bis acht Schüler*innen unterrichtet werden. Nach dem Konzept der „Sonderpädagogischen Stütz- und Förderklassen“ werden die jungen Menschen mit der Diagnose „frühkindlicher Autismus“ gezielt ganztags gefördert. Die Klassen der „Muschelkinder“ gibt es seit 25 Jahren.

Das neue Schulhaus wird als Gebäude mit Innenhof gebaut. Die Schüler*innen finden dort  auf zwei Etagen genügend Platz, in kleinen Gruppen zu lernen und sich bei Bedarf auch zurückzuziehen. „Die Kinder haben aufgrund ihrer besonderen Wahrnehmungsverarbeitung und ihrer starken Betroffenheit ganz spezielle räumliche Bedürfnisse“, erklärt Schulleiterin Merk-Neunhoeffer. Dass der Neubau möglich wurde, liegt vor allem an der Unterstützung von Schmuckdesigner Thomas Sabo. Er hat durch eigene Recherchen das Projekt federführend mit ausgesucht und vorangetrieben. Außerdem legte er bei der „Stiftung RTL - Wir helfen Kindern", die er seit Jahren großzügig mit Spenden unterstützt, ein gutes Wort für das Vorhaben ein. Die Stiftung sagte daraufhin eine Unterstützung von rund 1,2 Millionen Euro für den Bau der neuen Schule zu. Maßgeblich finanziert hat der Freistaat Bayern den Schulbau, der insgesamt rund 6,5 Millionen Euro kostet.

Auf dem insgesamt 7.682 Quadratmeter großen Gelände sollen weitere Angebote der Rummelsberger Diakonie für Autisten entstehen. Wenn alles nach Plan läuft, werden dort Mitte 2023 die Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen der Förderstätte für Menschen mit Autismus arbeiten. Außerdem soll ein neuer Wohnbereich für 14 Autisten gebaut werden. „Wir werden die Angebote für Menschen mit Autismus bei der Rummelsberger Diakonie Schritt für Schritt ausbauen und mit den vorhandenen Angeboten vernetzen“, kündigt Ingrid Schön, Regionalleiterin der Behindertenhilfe der Rummelsberger Diakonie in Nürnberg an.

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Von: Heike Reinhold
01.02.2021

Wäscheraum soll Kreativraum werden

Im Haus Altmühltal der Rummelsberger Diakonie soll aus einem ungenutzten Wäscheraum ein Ort für Kreativangebote werden

Pappenheim – Vor rund drei Jahren ist die Wäscherei des Hauses Altmühltal mit einigen anderen Werkstattgruppen für Menschen mit Behinderung in eine benachbarte Ortschaft gezogen. Dadurch konnten die Bewohner*innen des Hauses ihren Sozialraum erweitern, in moderneren Räumlichkeiten arbeiten und hatten mehr Platz bei ihren Jobs. Also eine rundum gute Sache. Aber: Bisher wurde noch nicht alles Potential der neuen Wohn- und Arbeitssituation ausgeschöpft. Denn die früheren Räumlichkeiten der Wäscherei werden bisher nur als Lagerräume genutzt. Sie wären allerdings perfekt geeignet, um eine inklusive Werkstatt oder einen Kreativraum einzurichten. Die Wände und Böden sind bereits gefliest, wodurch Verschmutzungen vorgebeugt ist. Über die Rampe am Eingang ist der Raum barrierefrei. Da er über einen gesonderten Eingang zu erreichen ist, können Menschen aus dem Sozialraum für inklusive Projekte eingeladen werden, ohne den privaten Raum der Bewohner*innen zu nutzen.


Die Idee für die veränderte Nutzung des Raums hatte Lisa Strixner, Mitarbeiterin im Haus Altmühltal. Sie ist seit 18 Jahren federführend für die Kreativangebote im Haus zuständig. „Im Moment nutzen wir entweder das alte Café, das aber nicht beheizbar ist, oder den Speisesaal für unsere Projekte. Das Café ist im Winter kaum zu nutzen und im Speisesaal müssen wir sehr vorsichtig sein, um zum Beispiel nichts mit Farbe zu verschmutzen“ berichtet sie. „Der Wäscheraum ist dahingegen fast ideal. Das würde einfach passen.“


Obwohl der Raum viele Voraussetzungen bereits erfüllt, wären Umbauten nötig, um den Raum in seiner neuen Funktion nutzen zu können. So benötigt der Raum Zugang zu einer behindertengerechten Toilette, kleinere Trockenbaumaßnahmen, neue Elektrik und einiges mehr. Das ist leider nicht komplett aus dem Haushalt des Hauses Altmühltal finanzierbar. Hier sind die Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen auf Spenden angewiesen.


Sie wollen helfen? Schauen Sie gerne mal auf rummelsberger.de/spenden vorbei! Jede Hilfe zählt und jeder Cent kommt den Menschen zu Gute, die die Angebote der Rummelsberger Diakonie in Anspruch nehmen.

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Von: Benjamin Molinaro
22.02.2021

Muschelkinder ziehen ins Übergangsquartier nach Hilpoltstein

Der Nürnberger Neubau für die Außenklassen für Autisten der Comenius-Schule kann wegen Bauverzögerungen durch die Corona-Pandemie erst Ende März bezogen werden.

Hilpoltstein/Nürnberg – Abgesagt, verschoben, ausgefallen: Diese Begriffe haben die Zeit des Corona-Lockdowns geprägt. Verschoben hat sich auch einiges beim Bau der Schule der Muschelkinder der Rummelsberger Diakonie. Eigentlich sollten die Schüler*innen im September vergangenen Jahres in die neue Schule in der Ingolstädter Straße 50 in Nürnberg einziehen. Nun ist es voraussichtlich erst Ende März soweit. Bis dahin lernen die 30 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und 21 Jahren voraussichtlich im Wechselunterricht in der Comenius-Schule der Rummelsberger Diakonie in Hilpoltstein, zu der die Muschelkinder-Schule organisatorisch gehört.

„Durch den zweiten Corona-Lockdown haben sich besonders in den letzten Monaten Verzögerungen ergeben“, berichtet Reinhard Knöll, zuständiger Architekt bei der Rummelsberger Diakonie. So konnten in verschiedenen Gewerken, wegen erkrankter oder in Quarantäne befindlicher Mitarbeiter aber auch durch Engpässe bei Zulieferfirmen, die Arbeiten nicht fristgerecht umgesetzt werden.  „Es ist schade, dass die Kinder nun für vier Wochen in ein Ersatzquartier ziehen müssen“, sagt Schulleiterin Renate Merk-Neunhoeffer, aber leider sei es nicht anders möglich. In den vergangenen fünf Jahren hatten die Kinder in der ehemaligen Grundschule in Schwabach-Penzendorf gelernt, die von der Stadt Schwabach gemietet und zu Ende Februar gekündigt wurde. Da es Nachmieter gab, musste der Umzug wie geplant stattfinden. „Wir hatten jetzt aber einige Wochen Zeit, die Kinder vorzubereiten und das wird gut klappen“, ist sich Renate Merk-Neunhoeffer sicher. In Penzendorf haben sich die Schüler*innen und Lehrkräfte sehr wohl gefühlt, dennoch freuen sie sich auf die neue Schule.

Ende März soll der Neubau der barrierefreien, autismusfreundlich geplanten Schule für die Muschelkinder im Areal um die Ingolstädter Straße in Nürnberg - hinter Hauptzollamt und Z-Bau – dann hoffentlich bezugsfertig sein. In vier Klassen sollen jeweils sieben bis acht Schüler*innen unterrichtet werden. Nach dem Konzept der „Sonderpädagogischen Stütz- und Förderklassen“ werden die jungen Menschen mit der Diagnose „frühkindlicher Autismus“ gezielt ganztags gefördert. Die Klassen der „Muschelkinder“ gibt es seit 25 Jahren.

Das neue Schulhaus wird als Gebäude mit Innenhof gebaut. Die Schüler*innen finden dort  auf zwei Etagen genügend Platz, in kleinen Gruppen zu lernen und sich bei Bedarf auch zurückzuziehen. „Die Kinder haben aufgrund ihrer besonderen Wahrnehmungsverarbeitung und ihrer starken Betroffenheit ganz spezielle räumliche Bedürfnisse“, erklärt Schulleiterin Merk-Neunhoeffer. Dass der Neubau möglich wurde, liegt vor allem an der Unterstützung von Schmuckdesigner Thomas Sabo. Er hat durch eigene Recherchen das Projekt federführend mit ausgesucht und vorangetrieben. Außerdem legte er bei der „Stiftung RTL - Wir helfen Kindern", die er seit Jahren großzügig mit Spenden unterstützt, ein gutes Wort für das Vorhaben ein. Die Stiftung sagte daraufhin eine Unterstützung von rund 1,2 Millionen Euro für den Bau der neuen Schule zu. Maßgeblich finanziert hat der Freistaat Bayern den Schulbau, der insgesamt rund 6,5 Millionen Euro kostet.

Auf dem insgesamt 7.682 Quadratmeter großen Gelände sollen weitere Angebote der Rummelsberger Diakonie für Autisten entstehen. Wenn alles nach Plan läuft, werden dort Mitte 2023 die Mitarbeiter*innen und Teilnehmer*innen der Förderstätte für Menschen mit Autismus arbeiten. Außerdem soll ein neuer Wohnbereich für 14 Autisten gebaut werden. „Wir werden die Angebote für Menschen mit Autismus bei der Rummelsberger Diakonie Schritt für Schritt ausbauen und mit den vorhandenen Angeboten vernetzen“, kündigt Ingrid Schön, Regionalleiterin der Behindertenhilfe der Rummelsberger Diakonie in Nürnberg an.

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Von: Heike Reinhold